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Kant ist tot ...

Kant ist tot … mausetot in seinem Geburtsland, jedenfalls, wenn man den öffentlichen Diskurs beobachtet. Würde sein Geist leben, stünde auf jedem öffentlichen Gebäude einer seiner zentralen Sätze: “ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.” Wie wenig sein Geist in diesem Land lebt, merkt man spätestens beim Einschalten des Fernsehgerätes. So geißelte sich am Montagabend ein Kommentator des WDR in den Tagesthemen als Konsumjunkie, der gerne Auto fährt, grillt, fliegt und an Korallenriffen taucht. Kam die katholische Kirche in früheren Zeiten noch mit 7 Todsünden aus, so ist diese Liste ja in Zeiten der “Klimakatastrophe” noch um mindestens diese 4 Todsünden zu erweitern. Nun gut, vom reuigen Sünder erwartet man, dass er aus freien Stücken von seinen bösen Taten lässt. Oder moderner ausgedrückt: Der mündige Bürger kann sein Tun korrigieren. Nun geht aber das Kant Zitat weiter: “Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitun...

Engelberts Schemm

Wenn man in Bad Westernkotten über die Antoniusstraße ins Muckenbruch (zum Muckenbruch, vgl. meinen Beitrag vom 21.März 2019 geht, gelangt man zu einem nach links abzweigenden, etwa einen Meter breiten Graben, der zur Gieseler, genauer zur so genannten Überflut an der Gieseler führt. Dabei handelt es sich um ein Steinwehr in der Gieseler, das das Wasser staut und nur in d er Mitte durch eine schmale Öffnung durchfließen lässt. Der Volksmund bezeichnet dieses Wehr als „Engelberts-Schemm“. Schön, werden Sie sich als Leser eines Beitrages in der Gruppe „Historisches Lippstadt“ fragen, aber was hat dies mit Lippstadt zu tun? Um die Antwort hierauf zu finden, muss man weiter in der Geschichte zurückgehen: nämlich in die Zeit des Festungsbaus.Der systematische Ausbau der Lippstädter Festungsanlagen begann 1623 mit der Verstärkung der Stadttore durch Bastionen. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Festungsanlagen immer weiter entwickelt. So entstand unter anderem aus der Zusammenlegung...

Jüdisches Leben in Lippstadt

Jüdisches Leben in Lippstadt von Ralf Mydlak Über die Jahrhunderte hinweg, durch Zeiten der Hoffnung und der Dunkelheit, hallt das Echo jüdischen Lebens in Lippstadt wider. Einst, in frühen Tagen, zogen Händler durch die Gassen, brachten Waren, Geschichten und Träume mit sich. Doch die Pestpogrome von 1348/1349 ließen ihre Spuren zurück – Stille trat an die Stelle von Stimmen, die einst lachten und handelten. Erst Jahrhunderte später, 1535, tauchten wieder Spuren jüdischen Lebens auf, zart wie ein Neubeginn, doch stets bedroht von den Winden der Zeit. Im Schatten der Zünfte wurde um 1580/1600 der Ausschluss jüdischer Familien aus der Stadt besiegelt. Doch selbst das Gesetz konnte ihre Präsenz nicht völlig tilgen – sie kamen zu den Jahrmärkten, durch die Straßen von Lipperode, jener Exklave des Landes Lippe, die ihnen einen schmalen Pfad des Daseins bot. Sie umgingen die Schranken der Welt mit Mut und Geschick. Erst nach 1815 kehrte Leben zurück. Familien wagten den Schritt und fanden H...

Der Soldat Wojtek - Der Held der 22. Kompanie

Der Soldat Wojtek - Der Held der 22.  Kompanie Archibald Brown hatte während des Krieges schon viel erlebt. Doch was der Gesandte des britischen Generals Montgomery im Hafen von Neapel erlebte, verschlug ihm den Atem. Es war Mitte Februar 1944, als er eine Einheit polnischer Soldaten empfing, die gerade aus Alexandria eingeschifft worden waren, um gemeinsam mit den Briten gegen die deutschen und italienischen Streitkräfte vorzurücken. Browns Aufgabe war es, die Besatzungslisten zu prüfen und mit den frisch eingetroffenen Soldaten zu sprechen. Doch einer schien zu fehlen. Eine Dienstnummer, ein Soldbuch, alles war vorhanden – nur der Soldat Wojtek schien spurlos verschwunden zu sein! Brown rief seinen Namen mehrfach auf, aber niemand antwortete ihm. So fragte er die anderen Soldaten nach dem Verbleib Wojteks. Na ja, antworteten die polnischen Kameraden, Wojtek verstehe halt nur Polnisch und Persisch. Und so führten sie Brown zu einem Käfig. Darin hockte ein ausgewachsen...