Jüdisches Leben in Lippstadt von Ralf Mydlak Über die Jahrhunderte hinweg, durch Zeiten der Hoffnung und der Dunkelheit, hallt das Echo jüdischen Lebens in Lippstadt wider. Einst, in frühen Tagen, zogen Händler durch die Gassen, brachten Waren, Geschichten und Träume mit sich. Doch die Pestpogrome von 1348/1349 ließen ihre Spuren zurück – Stille trat an die Stelle von Stimmen, die einst lachten und handelten. Erst Jahrhunderte später, 1535, tauchten wieder Spuren jüdischen Lebens auf, zart wie ein Neubeginn, doch stets bedroht von den Winden der Zeit. Im Schatten der Zünfte wurde um 1580/1600 der Ausschluss jüdischer Familien aus der Stadt besiegelt. Doch selbst das Gesetz konnte ihre Präsenz nicht völlig tilgen – sie kamen zu den Jahrmärkten, durch die Straßen von Lipperode, jener Exklave des Landes Lippe, die ihnen einen schmalen Pfad des Daseins bot. Sie umgingen die Schranken der Welt mit Mut und Geschick. Erst nach 1815 kehrte Leben zurück. Familien wagten den Schritt und fanden H...