Der Peststein von Westernkotten
Strenggenommen ist dies keine Geschichte die zum historischen Lippstadt gehört. Aber die Historie der einzelnen Orte unserer Heimat ist derart miteinander verwoben, dass man mir diesen Lapsus nachsehen möge.
Östlich von Bad Westernkotten liegt ein Waldstück, das den ortsfremden Besucher nicht auf den ersten Blick vermuten lässt, dass sich hier eines der letzten Niedermoore des Kreises Soest befindet: das Muckenbruch. Das Gebiet entstand nach der letzen Eiszeit. Gespeist durch Schmelzwasser schuf die Gieseler hier eine breite Talaue. Unter dieser befindet sich eine wasserundurchlässige Schicht, welche früher als "Emschermergel" bezeichnet wurde. Unter dem Muckenbruck bildet diese eine muldenartige Vertiefung, welche dazu führt, dass das Muckenbruck ständig durchfeuchtet ist. Der Name leitet sich von den ziegelsteingroßen Stücken, den "Mucken" ab, welche die Einwohner Westernkottens ausstachen und nach dem Trocknen zum Heizen nutzten. Auf halbem Weg nach Bökenförde steht seit alter Zeit ein fast 1 m hoher Gedenkstein, der dermaßen verwittert ist, dass nicht daran zu denken ist, eine Inschrift zu entziffern. Eine alte Erzählung führt zurück in die Zeit der schweren Pestepedemie, welche in unserer Heimat in den Jahren 1635/1636 wütete. Der Stein erinnert nach einer alten westernkötter Überlieferung an ein Fräulein von Kleinsorge. Aus Furcht vor der Pest wollte sie aus Westernkotten fliehen und ihr Heil in Bökenförde suchen. Doch bevor sie das Dorf erreichen konnte, fand sie im Muckenbruch den Tod (Wolfgang Marcus/Karl-Heinz Koch, Aus Kuotten düt un dat 1994, Nr. 71)

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