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Idyllische Nische in der Stadt

Geht man durch unsere Stadt stößt man allenthalben auf historische Zeugnisse. So findet sich westlich angrenzend zum Nicolaiviertel entlang der Klosterstraße eine schöne Bruchsteinmauer. Durch ein Tor gelangt der Besucher in einen lauschigen Rosengarten. Platanen bilden im Hintergrund ein dichtes Dach. Zwei Brunnen sowie niedrige Bruchsteinfundamente künden von einer längst untergegangenen Epoche. Noch im historischen Stadtplan von Roscher aus dem Jahre 1776 wurde die heutige Klosterstraße als "Süster Straße" bezeichnet. Der Name "Schwestern Straße" erinnert an die "Schwestern vom gemeinsamen Leben", die sich hier 1435 niederließen. Die Süsters strebten nach dem Ideal einer inneren Frömmigkeit ohne aber ein Gelübte abzugeben und ohne eine Ordenstracht. Sie lebten "durch ihrer Hände Arbeit" und dem Verkauf selbsterzeugter Waren. Dies änderte sich durch die Annahme der Ordensregel der Augustiner am 11. November 1453. So entstand hier Lippstadts kleinstes Kloster. Urkundliche erwähnt wird eine Kapelle und ein Friedhof. Die Kapelle selbst wird in einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1469 erwähnt. Darin erteilt Papst Paul II. den Besuchern der „Kapelle der hl. Anna im Beginenhause zu Lippstadt“ für bestimmte Tage einen Ablass. 1528 erfolgte die Erweiterung zur spätgotischen Kirche. Die Reformation ging tolerant mit dem Kloster um. Bis zur Neugründung der katholischen Pfarrei St. Nicolai blieb die Kirche des Klosters das einzige Gotteshaus für die Lippstädter Katholiken. Das Kloster selbst wurde 1814 aufgelöst. Ab 1819 verschwanden die Gebäude und dienten den Lippstädtern als Baumaterial. Auf dem Klostergelände entstand 1876 die Nicolaischule, bis auch sie Ende des letzten Jahrhunderts der heutigen Wohnbebauung weichen musste. Seine heutige Form erhielt der St. Annen Rosengarten nach wissenschaftlichen Grabungen im Jahr 1983.

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