1907 in Galizien geboren, blieb sie lebenslang eine Wanderin. In Berlin fand sie scheinbare Heimat. Hier saß sie mit Ringelnatz, Tucholski, Erich Kästner, Elke Lasker-Schüler im "Romantischen Café". Sie veröffentlichte ihre Gedichte in der "Vossischen Zeitung". Alltagsgedichte, witzig,voller Selbstironie, unsentimental und bar von jeglichem Pathos.Ihr erstes Buch "Das lyrische Stenogrammheft" erschien 1933. Bevor das Nazi-Regime die weitere Verbreitung unmöglich machte, war die erste Auflage vergriffen. Berlin - das war ihre Stadt! Spät - fast zu spät - ging sie deshalb in das Exil. Erst 1938 verließ sie Deutschland und ließ sich mit ihrem Mann Chemjo Vinaver in New York nieder. Exiliantenschicksal - mit all seinen auch materiellen Härten. Chemjo Vinaver hatte sich sein Leben lang mit chassidischer Musik beschäftigt. Er gab Konzerte, gründete einen Chor, lernte aber kaum ein Wort Englisch. Mascha Kalèko musste alle Besprechungen und Verhandlungen führen. Trister Alltag kehrt so ein. In diesem Zusammenhang ist das Gedicht entstanden, welches fast mein Lieblingsgedicht von ihr ist: "Für Chemjo zu Pessach 1944" Durch grauen Alltag "das Schweben verlernt", weit entfernt den leuchtenden Sternen und mit gesenkten Flügeln ergeben trotten: Analyse der Tristess. Aber dann - typisch für diiese in schwerer Zeit tapfere Frau - der aufrüttelnde Aufruf: Versuchen wir uns zu erheben, bevor es zu spät ist! Alltagspoesie, die zeitlos ist!
Heiter, witzige aber bisweilen auch sehr ernste Lyrik, aber immer nahe am realen Leben. In den "Versen für Zeigenossen" findet sich das Gedicht "Kleine Zwischenbilanz" mit der Frage: "Was wird am Ende von mir übrigbleiben?" Sie gibt sich selbst die Antwort: "Drei schmale Bände und ein einzig Kind". Das Schicksal hielt etwas anderes für sie bereit, vorgeahnt im Gedicht "Ich werde fortgehen im Herbst": "Ich werde gehen wie ich kam - allein." Das Kind wurde ihr genommen - geblieben ist das wunderschöne lyrische Werk
Heiter, witzige aber bisweilen auch sehr ernste Lyrik, aber immer nahe am realen Leben. In den "Versen für Zeigenossen" findet sich das Gedicht "Kleine Zwischenbilanz" mit der Frage: "Was wird am Ende von mir übrigbleiben?" Sie gibt sich selbst die Antwort: "Drei schmale Bände und ein einzig Kind". Das Schicksal hielt etwas anderes für sie bereit, vorgeahnt im Gedicht "Ich werde fortgehen im Herbst": "Ich werde gehen wie ich kam - allein." Das Kind wurde ihr genommen - geblieben ist das wunderschöne lyrische Werk
1907 in Galizien geboren, blieb sie lebenslang eine Wanderin. In Berlin fand sie scheinbare Heimat. Hier saß sie mit Ringelnatz, Tucholsky, Erich Kästner, Elke Lasker-Schüler im "Romantischen Café". Sie veröffentlichte ihre Gedichte in der "Vossischen Zeitung". Alltagsgedichte, witzig, voller Selbstironie, unsentimental und bar von jeglichem Pathos.
Ihr erstes Buch "Das lyrische Stenogrammheft" erschien 1933. Bevor das Nazi-Regime die weitere Verbreitung unmöglich machte, war die erste Auflage vergriffen. Berlin - das war ihre Stadt! Spät - fast zu spät - ging sie deshalb in das Exil. Erst 1938 verließ sie Deutschland und ließ sich mit ihrem Mann Chemjo Vinaver in New York nieder. Exiliantenschicksal - mit all seinen auch materiellen Härten. Chemjo Vinaver hatte sich sein Leben lang mit chassidischer Musik beschäftigt. Er gab Konzerte, gründete einen Chor, lernte aber kaum ein Wort Englisch. Mascha Kalèko musste alle Besprechungen und Verhandlungen führen. Trister Alltag kehrt so ein. In diesem Zusammenhang ist das Gedicht entstanden, welches eines meiner Lieblingsgedichte von ihr ist: "Für Chemjo zu Pessach 1944". Durch grauen Alltag "das Schweben verlernt", weit entfernt von den leuchtenden Sternen und mit gesenkten Flügeln ergeben trottend: Analyse der Tristesse. Aber dann - typisch für diese in schwerer Zeit tapfere Frau - der aufrüttelnde Aufruf: “Versuchen wir uns zu erheben, bevor es zu spät ist!”
Alltagspoesie, die zeitlos ist!
weiterführender Link: http://www.kaleko.ch/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1
Für Chemjo zu Pessach 1944
"Wir haben das Schweben verlernt,
Weh uns, wir kleben am Weg.
Vom Leuchten der Sterne entfernt,
Die Flügel gesenkt und träg,
so trotten die Füße ergeben.
Ach, Liebster, bevor es zu spät,
Versuchen wir's, uns zu erheben"
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