Kosmos und Chaos – Gedanken zur Schöpfung Von Ralf Mydlak 20.10.2012 Immer wieder faszinierend ist der Blick zurück auf die alten Schöpfungsmythen und ihr Vergleich mit den Erkenntnissen moderner Naturwissenschaften. In den Religionen des alten Orients erwächst der Kosmos aus dem Chaos. Das Geordnete entsteht aus dem Ungeordneten, das Leben aus den Tiefen einer uralten, wilden Kraft. Chaos ist dabei keine abstrakte Idee, sondern bereits vorhandene Wirklichkeit – Teil der Natur, aus der Ordnung erwächst. Im altbabylonischen Schöpfungsbericht trägt dieses ursprüngliche Chaos den Namen Tiamat, dargestellt als weiblicher Drache – Verkörperung von Urgewalt und Unordnung. Tiamat, jene dunkle, wilde Macht, wird vom Gott Marduk im großen Kampf überwunden, getötet. Aus ihrem leblosen Körper formt er Himmel und Erde, die geordnete Welt – Kosmos aus Chaos, Leben aus Tod. Ganz anders die moderne Wissenschaft, deren Schöpfungsgeschichte in Zahlen und Gleichungen geschrieben steht. In ihr begi...
Sinnschichten – Geschichten und Gedanken zwischen Gestern und Heute Tauche ein in eine Welt, in der philosophische Reflexionen, literarische Erzählungen und historische Betrachtungen miteinander verwoben sind. Entdecke Beiträge, die die Vergangenheit ergründen, die Gegenwart hinterfragen und den Geist anregen.